“By Your Side” -Kasie West

“By Your Side” -Kasie West

Autorin: Kasie West | Verlag: Harper Teen | Seiten: 352 | Veröffentlichung: 31.01.17

Inhalt

When Autumn Collins finds herself accidentally locked in the library for an entire weekend, she doesn’t think things could get any worse. But that’s before she realizes that Dax Miller is locked in with her. Autumn doesn’t know much about Dax except that he’s trouble. Between the rumors about the fight he was in (and that brief stint in juvie that followed it) and his reputation as a loner, he’s not exactly the ideal person to be stuck with. Still, she just keeps reminding herself that it is only a matter of time before Jeff, her almost-boyfriend, realizes he left her in the library and comes to rescue her.

Only he doesn’t come. No one does.

Instead it becomes clear that Autumn is going to have to spend the next couple of days living off vending-machine food and making conversation with a boy who clearly wants nothing to do with her. Except there is more to Dax than meets the eye. As he and Autumn at first grudgingly, and then not so grudgingly, open up to each other, Autumn is struck by their surprising connection. But can their feelings for each other survive once the weekend is over and Autumn’s old life, and old love interest, threaten to pull her from Dax’s side?


 Vorwort

Es fällt mir schwer, Bücher zu rezensieren, die sich viel, teils oder auch nur im Ansatz mit Themen befassen, die mich selbst auch betreffen oder mit denen ich in irgendeiner Weise in Kontakt trete. 30256248So auch hier. Die Protagonistin, Autumn, leidet nämlich unter Angststörungen. Eine Krankheit, die mich – mal mehr, mal weniger – seit einigen Jahren begleitet, die ich aber erst im Laufe des letzten halben Jahres als eben solche erkannt habe.

Mein Problem hierbei ist, dass ich während des Lesens nachvollziehen konnte, wie es der Protagonistin geht, warum sie mit bestimmten Situationen nicht klar kommt, die für andere ganz normal sind. Parallel dazu hatte ich aber so meine Schwierigkeiten damit, wie die Autorin/der Verlag mit dieser Krankheit umgeht. Schon aufgrund der Tatsache, dass diese „Kleinigkeit“ nicht mal im Klappentext Erwähnung fand.

Man kann also sagen, dass ich während des Lesens durchgehend ein beklemmendes Gefühl hatte. Hinzu kam – als ich das Buch beendet hatte – meine Enttäuschung über die Geschichte im Allgemeinen, war ich doch von The Distance Between Us/Blaubeertage (ebenfalls von Kasie West) sehr begeistert.


Meine Meinung

Was ich mochte:

  • Die Familie der Protagonistin – selten sieht man so eine liebevolle und beschützende Familie. Die Angststörung von Autumn ist hier bekannt und ihre Mutter vergewissert sich regelmäßig, ob es ihrer Tochter gut geht, und wenn nicht, schreibt sie sie für die Schule krank. Sie bietet es ihr sogar an! Das ist unglaublich wundervoll! Die Mutti ist mein Spirit Animal <3
  • Dax – ja, er ist der Bad Boy der Geschichte. Das erzählt man sich zumindest (ist kein Spoiler, steht im Klappentext). Und bei all seinem Bad-Boy-Dasein habe ich ihn ganz lieb gewonnen. Er ist die beste Figur in diesem Buch.
  • Mädchen trifft Junge – ich weiß, es ist ein Klischee. Der Typ mit dem schlechten Image und das beliebte Mädchen aus der Oberschicht. Und irgendwie finden sie zusammen. Vorurteile werden aus den Weg geräumt und der andere ist plötzlich doch nicht so kacke. Ich mag sowas. Es zeigt, dass der erste Eindruck eben nicht alles ist, was einen Menschen ausmacht.
  • Ich hab irgendwo das Wort Pommes gelesen!
  • Schreibstil war gut. Flüssig und einfach. Es gab keine Stolpersteine, die mir im Gedächtnis geblieben wären. Auch mit der Wahl der Namen bin ich zufrieden. Alles schick hier.

Was ich nicht mochte:

  • Alle Freunde von Autumn – sie haben absolut keinen Charakter bekommen und das was sie bekommen haben, ist auch noch charakterlos. Ihnen fällt nicht auf, dass Autumn die Bibliothek nicht verlassen hat? Auch nicht auf der Party danach? Ernsthaft? Oh und natürlich haben sie auch nichts von ihrer Angststörung bemerkt. Super Freunde.
  • Eingeschlossen in einer Bibliothek – für mehrere Tage. Aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass man wirklich über mehrere Tage hoffnungslos in einer öffentlichen Einrichtung eingeschlossen sein kann. Oder das amerikanische Teenager ihr Handy in Taschen lassen anstatt in Hosentaschen .. oder den Händen. Ha.
  • Und warum zum Teufel liest Autumn kein Buch? Was ist mit dir, Kind? Du bist in einer Bibliothek eingeschlossen!
  • Autumn – vom Klappentext ausgehend haben wir hier eine Liebesgeschichte und potenzielle Dreiecksbeziehung. Keine Erwähnung von Autumn’s gesundheitlichem Zustand. Dafür nimmt der aber einen ziemlich großen Teil ihrer Persönlichkeit ein. Viel mehr ist da leider nicht, was bleibt. Eigene Interessen werden zwar angedeutet, aber auch nicht weiter verfolgt.
  • Potentielle Dreiecksbeziehung – meh.
  • Über Angststörungen oder eben nicht – wie gesagt, man erfährt nicht, dass das einen Teil der Geschichte ausmacht, bevor man das Buch nicht selbst liest. Dafür ist die Krankheit aber ständig präsent, da Autumn nicht müde wird sich selbst daran zu erinnern. Im Gegensatz dazu wirkt ihre Krankheit auf mich aber nicht überzeugend. (kurzer Einwurf: Angststörungen zeigen sich je nach Mensch und Umstand natürlich in unterschiedlichster Weise, ABER) Es schien fast so, als könnte sie ihre Panikattacken unterdrücken, wenn sie es gerade brauchte. Panik an, Panik aus. Nein, überzeugt mich nicht. Auch wurde die Komplexität der Sache meiner Meinung nach nicht behandelt – was ich aber für angebracht halte. Wenn man schon seine Hauptfigur damit ausstattet, sollte genauer darauf eingegangen werden. Ursache, Diagnose, Verlauf, Behandlungsmöglichkeiten – irgendwas. Aber bitte nicht so.
  • Alles was ich an Blaubeertage geliebt habe fehlte mir hier ganz. Das originelle, charmante Setting, der Sarkasmus – nichts davon ist in diesem Buch. Ein Kasie West Buch ohne Kasie Westheit.

Vielleicht fokussiere ich mich auch zu sehr auf den – für mich – falschen Umgang mit der Thematik. Es hat mich umgehauen, als anxiety zur Sprache kam, weil ich damit einfach nicht gerechnet hatte (vermutlich hätte ich das Buch dann auch nicht gelesen). Ich habe eine leichte Liebesgeschichte erwartet. Auch schwanke ich immer noch mit der Bewertung zwischen 2 und 3. Anhand der oben genannten Punkte würde man wohl eher 2 vermuten, aber ich bleib trotzdem bei 3. Alles in allem ist die Geschichte nicht blöd und ich habe mich auch nicht gelangweilt. Mir war aber recht unwohl beim Lesen und von mir gibt es an dieser Stelle maximal eine Leseempfehlung auf eigene Gefahr.


Fazit

By Your Side bietet im Vergleich zu The Distance Between Us/Blaubeertage (Kasie West) weniger Sarkasmus und Charme. Es wirkt allgemein etwas bedrückender und liebloser auf mich. Wer Kasie West bereits gelesen hat und alles von ihr mag oder wer generell jedes YA Contemporary Buch verschlingt, dem wird auch dieses Buch gefallen. Alle anderen verschwenden hier vielleicht nur Zeit.

bewertung3


Andere Eindrücke

Ich habe keine deutschen Rezensionen gefunden. Falls jemand was hat oder sieht, gern bescheid geben.

Author Profile

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.


4 thoughts on ““By Your Side” -Kasie West”

  • Hallo Maria,
    Mein bisher einziges Buch von Kasie West ist „PS. Ich mag dich“ und da ich es ganz süß fand, musste ich natürlich sofort deine Rezension zu „By your side“ lesen, nachdem ich gesehen hatte, aus wessen Feder das Buch stammt. Und nun bin ich enttäuscht. Mir ist natürlich klar, dass Geschmäcker auseinander gehen und dass ich Bücher lieben kann, die dir vielleicht absolut gar nicht zusagen, aber du hast hier einen Punkt kritisiert, der mir ebenso wichtig ist, wie dir: Angststörungen. Ich leide selbst auch an der Krankheit und während ich es wirklich richtig toll finde, dass sie immer mehr Raum in der Literatur einnimmt und sich auch im Jugendbuchbereich immer mehr damit auseinandergesetzt wird, bin ich der Meinung, dass es dann aber auch authentisch dargestellt werden sollte. Ja, und dass man seine Panik an- und ausknipsen kann, wie es gerade passt, hat mit der Realität leider so gar nichts zu tun.

    Um dieses Buch werde ich also sicher einen Bogen machen, aber ich habe ja noch „Blaubeertage“ von Kasie West auf dem SuB liegen und freue mich schon sehr darauf. 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    PS: Hast du eigentlich „Berühre mich. Nicht“ gelesen? In dem New Adult Buch geht es auch um Angststörungen und dafür, dass Laura Kneidl von der Krankheit nicht betroffen ist und dadurch auch nicht aus erster Hand weiß, wie es sich anfühlt, wenn man so überrollt wird, hat sie es wirklich sehr gut umgesetzt. Solltest du es nicht gelesen haben, aber neugierig sein, darfst du mich gerne jederzeit auf meinem Blog besuchen kommen und meine Rezension dazu durchlesen.

    • Hey Maike,

      vielen lieben Dank für deinen wundervollen Kommentar und deine Offenheit. Ja, die Sache mit der Angststörung ist eine Sache.. Ich finde es auch toll, dass das Thema immer mehr in die Literatur findet. Bisher habe ich leider noch kein Buch gelesen, dass die Krankheit authentisch rüber bringt. Dass ich dir das Buch nun madig gemacht habe, tut mir leid. Nun wünsche ich fast, dass du es dennoch liest und berichtest, was du von der Protagonistin hältst 🙂 Aber Blaubeertage zuerst! Unbedingt 🙂

      „Berühre mich. Nicht“ habe ich noch nicht gelesen, aber es liegt auf meinem SuB ziemlich weit oben. Ich muss gestehen, dass ich es einfach nur gekauft habe, aufgrund der Autorin und der vielen positiven Meinungen. Bisher wusste ich gar nicht, dass dort Angststörungen thematisiert werden. Dann werde ich es mir natürlich noch eher greifen. Jetzt hast du mich neugierig gemacht 🙂

      Liebe Grüße,
      Maria

      • Hallo liebe Maria,
        Angststörungen sind in „Berühre mich. Nicht“ natürlich nicht Thema Nummer eins, weswegen sie wohl auch nicht im Klappentext erwähnt wurden. Allerdings ist die Krankheit die ganze Zeit über präsent und allein das hat Laura Kneidl Pluspunkte eingebracht.. 🙂

        Ich muss aber auch zugeben, dass allein für die Thematik Pluspunkte verteile. Über Krankheiten zu schreiben stelle ich mir nämlich allgemein sehr schwierig vor und wenn es dann auch noch um solche geht, die sich in unserem Kopf abspielen, ist das sicher doppelt schwer. Nicht zuletzt, weil es immer einen Leser geben wird, der die Krankheit als Schwachsinn betitelt oder die Darstellung übertrieben findet. Umso wichtiger ist es tatsächlich, dass sie immer und immer wieder thematisiert wird, sodass auch die jungen Leser lernen, dass es die Krankheit gibt, dass sie nichts mit schlechter Laune oder Faulheit zu tun haben, dass es jeden treffen kann, viele Gesichter hat und dass der Betroffene kein Mensch zweiter Klasse ist.

        Offenheit finde ich übrigens sehr wichtig. Ich habe lange Zeit mit mir gerungen und habe mich geschämt, aber das möchte ich nicht mehr. Deswegen habe ich zum Beispiel auch auf meinem Blog den Beitrag „Hallo, ich bin Maike und ich habe Angst“ geschrieben. Ich kann dir gar nicht sagen, wie viel Schiss ich vor den Reaktionen hatte!

        Ganz liebe Grüße,
        Maike

        PS: Okay, wenn ich „Blaubeertage“ gelesen habe, werde ich es mir nochmal überlegen, ob ich „By your side“ nicht vielleicht doch lese. 😉

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