„The Sudden Appearance of Hope“ – Claire North

Autorin: Claire North  | Verlag: Orbit | Seiten: 468 | Veröffentlichung: 17.05.16

Inhalt

My name is Hope Arden, and you won’t know who I am. We’ve met before – a thousand times. I am the girl the world forgets.
It started when I was sixteen years old. A slow declining, an isolation, one piece at a time.
A father forgetting to drive me to school. A mother setting the table for three, not four. A teacher who forgets to chase my missing homework. A friend who looks at me and sees a stranger.
No matter what I do, the words I say, the people I hurt, the crimes I commit – you will never remember who I am.
That makes my life difficult. It also makes me dangerous…
THE SUDDEN APPEARANCE OF HOPE is the tale of a girl no one remembers, yet her story will stay with you forever.


Meine Meinung

saoh-large-664x1024Ich habe etwas anderes erwartet.
Dieses Buch greift viel tiefer als der Klappentext vermuten lässt.

Ich finde es wahnsinnig schwierig meine Meinung zu dem Buch aufzuschreiben, dabei gibt es so viel zu dem Buch zu sagen, allerdings habe ich mich dazu entschieden weniger zu sagen um wirklich nichts vorwegzunehmen.

Fangen wir mit dem Schreibstil an: Hope erzählt ihre Geschichte selber, es ist als wäre man in ihrem Kopf und genauso chaotisch geht es hier manchmal zu. Sie springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her ohne, dass mir manchmal bewusst war, wo sie gerade ist. Ihre Gedanken reißen ab oder sie wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich. Sie hat ihre Mantras, sie zählt immer wieder; sei es von 10 rückwärts oder Uhren oder etwas anderes, sie beschäftigt sich mit Wissen. Immer wieder tauchen Worterklärungen im Text auf. Und sie nutzt Listen.

Things that are difficult, when the world forgets you:

  • Dating
  • Getting a job
  • Recieving consistent medical attention
  • Getting a loan
  • (…)

Things that are easy, when the world forgets you:

  • Assasination
  • Theft
  • Espionage
  • Casual-Cruelty
  • Angst-free one-night stands (w/condoms)
  • Not tipping

Es war zum Teil wahnsinnig anstrengend das Buch zu lesen, da der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig ist, aber gleichzeitig würde ich nichts daran ändern, da es durch das Durcheinander auch wirklich glaubwürdig war. Und auch irgendwie kraftvoll. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es Hope geht. Ich war ihr dadurch viel näher und konnte ihre Emotionen nachempfinden.

Es gibt ein paar Wiederkehrende Charaktere, die auch für die Geschichte wichtig sind und auch für Hope selbst. Zwar können sich die Personen nicht an sie erinnern, weswegen es schlicht unmöglich ist eine Beziehung/Freundschaft aufzubauen, aber trotzdem ist Hope’s Geschichte an das Schicksal von den anderen Charakteren gebunden. Durch einen einfachen Akt des Diebstahls, der die Geschichte in Gang setzt.

Hope selber ist ambivalent und dadurch menschlich. Sie sehnt sich nach etwas, was wir alle haben können und ihr verwehrt bleibt (außer hin und wieder Bedeutungsloser Geschlechtsverkehr). Menschlichen Kontakt, einen Freund/Freundin mit dem sie sprechen kann, eine Beziehung, das alles bleibt ihr verwehrt.

Generell werden auch viele Fragen in dem Buch aufgeworfen, die ich sehr interessant finde. Wie identifiziert man sich selbst, über andere Menschen, mit denen man in Kontakt steht? Kann man sich ohne Bedeutungsvolle Beziehungen überhaupt identifizieren? Zu einem bestimmten Grad sicher. Ist man eigentlich Real, wenn sich keiner an einen erinnern würde? Und da gibt es noch viele andere Fragen, die aufgeworfen wurden.

In dem Buch wurden noch ganz andere Themen angesprochen/behandelt, allerdings möchte ich dazu nichts weiter sagen einfach um das Erlebnis des Buches nicht zu beeinflussen. Auch wenn ich dabei nichts spoilern würde.

Das Buch war für mich eine Reise, die ich so schnell nicht vergessen werde, die mich zum nachdenken gebracht, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.


Fazit

Es ist ein Buch, das mich am Anfang noch nicht so richtig packen konnte, es hat gedauert bis der Knoten geplatzt ist. In diesem Buch geht es um so viel mehr als nur eine junge Frau an die sich keiner mehr erinnern kann, wenn sie den Raum verlässt. Es ist Gesellschaftskritisch, regt zum nachdenken an und das Buch lebt von dem Schreibstil, der sehr Ausdrucksstark ist, den ich gleichzeitig aber auch als sehr anstrengend empfunden habe. Das Buch hat zwar seine Schwächen, aber es lohnt sich zu lesen. Für ernstere, nachdenklichere Lesestunden sehr zu empfehlen!

bewertung4

Es hat geschrieben:

Johanna
Johanna
Hallo, ich bin Johanna, die eine Hälfte von Buchworte. Ich bin bald fertig ausgebildete Ergotherapeutin. Wenn ich gerade nicht lerne, lese ich von Klassikern über Kinder- und Jugendbücher fast alles. Nur mit reinen Liebesromanen und Horrorbüchern kann ich nicht viel anfangen. Außerdem bin ich noch stolze Katzenmama.

2 Kommentare

  1. […] Sudden Appearance of Hope (Rezension) von Claire North war das erste beendete Buch im März. George von Alex Gino ist ein […]

  2. […] bisher 17 Bücher gelesen. Dabei sind mir besonders  „George“ ein LGBT+ Kinderbuch und „The Sudden Appearance of Hope“ im Gedächtnis geblieben. Negativ im Gedächtnis (und da wird es wohl für längere Zeit bleiben) […]

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