„George“ – Alex Gino

„George“ – Alex Gino

Autor: Alex Gino  | Verlag: Fischer | Seiten: 204 | Veröffentlichung: 25.08.16 | Übersetzerin: Alexandra Ernst

Inhalt

Sei, wer du bist!
George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.

›George‹ erzählt einfühlsam und unprätentiös vom Anderssein und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen. Der erste Kinderroman zum Thema Transgender, der auch ältere Leser fesseln wird und der die Botschaft vermittelt: Sei, wer du bist!


Vorwort

Es gibt mal wieder ein Vorwort! George ist ein LGBT+ Kinder-/JugendbuchAlex Gino hat es geschrieben und ist selber Transqueer, was ich hervorragend finde! Menschen die selbst nicht Trans sind, können sich zwar eventuell reinfühlen, wie es für ein Kind ist, aber wirklich wissen, aus eigener Erfahrung sprechen, können sie nicht. Dadurch das Alex Gino selber Transqueer ist, ist das Buch authentisch.

Wie ihr vielleicht merkt, umgehe ich bei Alex Gino das Pronomen komplett und das werde ich auch in der Rezension machen, aus dem einfachen Grund: Alex hat das Pronomen „they“ gewählt und ich hab keine Ahnung wie ich es übersetzen soll. Wenn da jemand was weiß, gerne Bescheid sagen. Ich hab mich mit dem Thema Transgender/Transqueer/Genderfluid auseinander gesetzt, bin bei den englischen Begriffen sicher (und auch da würde ich mir nicht rausnehmen Experte zu sein), aber im Deutschen eben gar nicht. Sollte ich also in der Rezension irgendetwas falsch geschrieben haben, war das keine böse Absicht und dann würde ich darum bitten, dass man mich korrigiert!

Meine Meinung

u1_978-3-7373-4032-8So nun zu meiner Meinung! Es ist ein wichtiges Buch! Ein Buch, das viele Kinder lesen sollten (eventuell zusammen mit den Eltern)! Reicht das?
George ist ein Mädchen doch alle sehen sie als Jungen. Wenn sie selbst in den Spiegel guckt, sieht sie Melissa und nicht George. Und sie möchte, dass auch die Welt sie sieht. Alex Gino hat Melissas Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben, sondern als Personaler Erzähler, was gut gewählt ist. Hier wird ‚George‘ als Name genommen, aber das Pronomen ’sie‘ benutzt, um diesen Unterschied für den Leser deutlich zu machen. Dabei ist der Erzählstil einfach gehalten, da es eben auch ein Buch für ein primär jüngeres Publikum ist, aber auch als Erwachsener ist es absolut lesenswert!

In dem Buch steht einiges Wichtiges drin, das wir uns alle vergegenwärtigen sollten. Wichtige Themen werden angeschnitten, aber nicht tiefer gehend behandelt, was auf 208 Seiten auch einfach nicht möglich und für das Zielpublikum eventuell auch zu viel wäre, aber es regt zumindest zum Nachdenken an. Sinnvoll hätte ich am Ende noch eine Art Literaturverzeichnis oder Internetseiten gefunden, auf denen man sich näher mit dem Thema befassen kann.

Jetzt möchte ich euch noch einige Zitate vorstellen, die mir besonders aufgefallen sind:

„..Wen kümmert’s, dass du kein richtiges Mädchen bist?“ S.31

Solche Sätze können verletzend sein. George/Melissa ist ein richtiges Mädchen unabhängig von den Geschlechtsmerkmalen!

„..Außerdem, stell dir doch mal vor, wie die Leute reagieren würden.“ S.79

Das beschreibt meiner Meinung nach unsere Gesellschaft sehr gut. Immer darauf bedacht, was die anderen denken könnten, dabei ist es doch wichtig, dass den Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen, die anders sind als der heteronormative Rest, ein Raum gegeben wird, in dem sie sich ausleben und entfalten können.

„…Außerdem bist du erst zehn Jahre alt. Du weißt doch gar nicht, wie du dich in ein paar Jahren fühlst.“ S. 139

Das bekommen Kinder, die sich ihrer sexuellen Orientierung früh sicher sind auch oft zu hören. Das ist aber eine Invalidierung der Empfindungen der Kinder.

„Aber ich glaube, du brauchst jemanden, mit dem du reden kannst. Ich vermutlich auch. Jemand, der sich mit solchen Dingen auskennt.“ S. 181

Ein ganz wichtiger Punkt! Natürlich ist es für Eltern nicht leicht und es kann etwas dauern bis sie damit wirklich klar kommen, aber da ist Kommunikation wichtig.


Fazit

Ein Transgender Buch für Kinder. Das erste seiner Art und hoffentlich nicht das letzte! Es spricht wichtige Themen an, bleibt dabei aber eher oberflächlich, was bei dem Zielpublikum verständlich ist.

bewertung4

Link

Was mir in dem Buch gefehlt hat, ist eine Linksammlung für weitere Information, also hab ich mal etwas geguckt. Ich werde euch jetzt nur einen deutschen Link geben:

Gendertreff

Andere Eindrücke

TintenhainBooks and cats

Es hat geschrieben:

Johanna
Johanna
Hallo, ich bin Johanna, die eine Hälfte von Buchworte. Ich bin bald fertig ausgebildete Ergotherapeutin. Wenn ich gerade nicht lerne, lese ich von Klassikern über Kinder- und Jugendbücher fast alles. Nur mit reinen Liebesromanen und Horrorbüchern kann ich nicht viel anfangen. Außerdem bin ich noch stolze Katzenmama.


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