„Royal – Ein Königreich aus Glas“ – Valentina Fast

Autorin: Valentina Fast  | Verlag: Carlsen | Seiten: 447 | Veröffentlichung: 03.03.17 (Bezogen auf die Printausgabe)

Inhalt

Im Königreich Viterra, einem durch eine Glaskuppel vom Rest der Welt abgeschirmten Land, findet alle paar Jahrzehnte eine prunkvolle Fernsehshow zur Prinzessinnenwahl statt. Zusammen mit den schönsten Mädchen der Nation soll die siebzehnjährige Tatyana um die Gunst vier junger Männer werben, von denen nur einer der wahre Prinz ist. Sie alle haben royale Eigenschaften und eine geheimnisvolle Vergangenheit, aber wer ist wirklich königlich? Und wie weit wird Tatyana in der Auswahl kommen?

*** Band 1 und 2 der Reihe in einem Buch*** Quelle


 Meine Meinung

9783646601602Die Geschichte spielt in Viterra, ein Königreich, das in den 60er Jahren in Russland errichtet wurde. Unter einer gläsernen Kuppel. Der Prinz kommt ins Heiratsfähige Alter und soll eine Frau finden. Dafür gibt es die Auswahl (ähnlich wie bei Selection). Unterschied ist, dass es hier vier ‚junge Männer‘ gibt und die Kandidatinnen nicht wissen welcher von ihnen der Prinz ist, da der Prinz eine Frau haben möchte, die ihn genauso liebt wie er sie.

Leider ist das Buch gespikt mit Logikfehlern. Eine Glaskuppel in der Größe von Österreich wurde in den 60er Jahren erbaut und diese Kuppel umschließt auch Berge. Ich bin kein Physiker aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht funktioniert, vor allem nicht in den 60er Jahren und aus normalen Glas. Und dieses Glas kann auch atomare Strahlung abhalten, denn das Buch spielt im Jahre 2130 (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) und damit nach dem unvermeidbaren 3ten Weltkrieg, der mit atomaren Waffen ausgefochten wurde. Das bedeutet, dass die ganze Welt außerhalb der Kuppel nicht mehr bewohnbar ist. (Oder?)

Die Logikfehler waren aber nicht das einzige, was mich an diesem Buch gestört hat. Da wäre der Schreibstil. Mir hat er so gar nicht zugesagt. Er wirkte auf mich kindisch (leider kann ich das nicht anders ausdrücken). Worte wurden unpassend verwendet, es werden Augenbrauen ‚gelupft‘ (kann mir jemand erklären was das bedeutet? Ist das vielleicht Dialekt?). Es wurde viel gezwinkert und in vielen Situation egal wie unpassend es gerade ist, laut los gelacht. Es wirkte alles sehr gestellt und das betrifft auch die Dialoge. Ich weiß, es ist sehr schwer Dialoge gut zu schreiben und Valentina Fast ist es einfach nicht gelungen. Sie wirkten die ganze Zeit sehr konstruiert und nicht lebensecht. Kein Mensch würde so sprechen! Und es ging in den Gesprächen auch um nichts anderes als die Auswahl und die jungen Männer!

Die Charaktere hätten jetzt noch viel raus holen können, wenn sie gut ausgearbeitet wären, aber mir fehlte bei ihnen der Tiefgang. Da ist Tanya die Protagonisten, die nur an der Auswahl teilnimmt, weil sie einen Deal mit ihrer Tante hat. Dann ist da Claire, die Tanya vor dem ersten Wortwechsel schon als ihre Freundin bezeichnet. Erica, die die Vertraute von Claire und Tanya ist und eigentlich kaum eine Rolle spielt. Als Vertraute hätte ich ihr eine größere Rolle in den ersten beiden Büchern zugeschrieben. Und dann die vier ‚jungen Männer‘, wobei eigentlich nur drei eine größere Rolle spielen (zumindest in den ersten beiden Büchern) und denen genauso wie allen anderen Tiefgang fehlt. Ich vermute sie sollten mysteriös wirken, stattdessen waren sie mir einfach nur unsympathisch. Es wird über nichts geredet, sondern nur kryptisch etwas erwähnt um dann zu sagen, dass Tanya es so oder so nicht versteht.

Und dann das Frauenbild. Die Kuppel wurde in den 80er Jahren fertig gestellt. Da konnten Frauen Hosen tragen, abends alleine raus gehen und so weiter. In dem Buch wurde ein Rückschritt gemacht. Frauen dürfen nur im Kleid oder Rock das Haus verlassen, unverheiratete nur im langen Kleid, während verheiratete auch einen Knielangen Rock tragen dürfen. Und Frauen dürfen auch nicht mehr abends oder nachts alleine auf die Straße gehen. Da muss ein Mann dabei sein. In einem Königreich in dem es eigentlich keine Kriminalität gibt? Was?

Der Punkt an dem mir aber endgültig der Geduldsfaden riss war folgender Satz:

„Aber wie ist das möglich? Du bist doch nicht hässlich oder dumm. Die Männer müssten doch reihenweise bei dir Schlange stehen.“ S. 277

Da hat Tanya gerade ihren ‚Freundinnen‘ erzählt, dass sie noch Jungfrau ist. Weil Jungfrau sein etwas ganz schlimmes ist und Frauen ja Sexobjekte sind und wenn ein Mann Interesse hat, muss sie mit ihm ins Bett? Nein!

Es gibt noch weitere Punkte, die mir negativ aufgefallen sind, aber um es nicht in die Länge zu ziehen, mache ich hier einen Schnitt.


Fazit

Dieses Buch konnte mich in keinsterweise begeistern. Logikfehler, Charaktere ohne Tiefgang, Dialoge, die absolut konstruiert wirken und das Frauenbild wieder zurücksetzt.

Andere Eindrücke

xbooksheavenJulias Lesewelten

Es hat geschrieben:

Johanna
Johanna
Hallo, ich bin Johanna, die eine Hälfte von Buchworte. Ich bin bald fertig ausgebildete Ergotherapeutin. Wenn ich gerade nicht lerne, lese ich von Klassikern über Kinder- und Jugendbücher fast alles. Nur mit reinen Liebesromanen und Horrorbüchern kann ich nicht viel anfangen. Außerdem bin ich noch stolze Katzenmama.

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Johanna 🙂

    Eine richtig gute Rezension, auch wenn dein Fazit nicht ganz so gut ausfällt. Ich habe Band 1 selbst gelesen und mir hat es ziemlich gut gefallen. Ich mag Geschichten in diesem Stil einfach, aber die sind die Geschmäcker ja verschieden. Mich haben ein paar Punkte allerdings auch gestört. Zum Beispiel, dass die Geschichte etwas oberflächlich und gestellt wird, aber auch dass Tanya und Claire schon nach so kurzer Zeit zu allerbesten Freundinnen werden, obwohl sie eigentlich Konkurentinnen sind. Einfach nicht nachzuvollziehen. Band 2 habe ich auch schon als eBook auf dem Reader, mal sehen, wie mir die Fortsetzung dann gefällt!

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

    1. Hallo Lisa,
      Danke :). Wie du sagst, da sind Geschmäcker einfach verschieden, was ja auch sehr gut ist. Für mich waren es am Ende einfach zu viele Dinge, die mich gestört haben, was mir dann einfach keine Freude mehr bereitet hat.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß mit dem zweiten Buch. Vielleicht ist es ja auch besser als das erste 🙂

      Liebe Grüße,
      Johanna

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