„Aschenkindel“ – Halo Summer

Autorin: Halo Summer | Verlag: Audible | Länge: 6h 44min | Veröffentlichung: 08.12.2016 | Sprecherin: Sabina Godec

Inhalt

„Du bist schon ein komisches Mädchen“, sagt meine gute Fee. „Jedes andere Mädchen in deiner Situation wäre überglücklich, auf so einen Ball gehen zu dürfen. Noch dazu auf einen, bei dem es sich in einen Prinzen verlieben und damit seinem Elend entkommen könnte!“ Tja, wo sie recht hat, hat sie hat recht. Ich bin ein komisches Mädchen. Und ich habe fest vor, eins zu bleiben!

Claerie Farnflee wurde vom Schicksal nicht gerade verwöhnt. Erst starb ihr Vater, dann folgte der gesellschaftliche Absturz und seither wird ihr das mühselige Leben in Armut von einer bösen Stiefmutter und zwei garstigen Schwestern versüßt. Ist Claerie deswegen unglücklich? Nein -jedenfalls nicht unglücklich genug, um sich jedem dahergelaufenen Prinzen an den Hals zu werfen.

So denkt sie, doch an einem düsteren Gewittertag begegnet sie im Verbotenen Wald einem Fremden und das, was sie für unmöglich gehalten hat, passiert: Ihr Schicksal nimmt eine geradezu verstörende Wendung – selbst Prinzen und Bälle spielen darin keine unbedeutende Rolle mehr.


Meine Meinung

Das hier wird schwierig. Für dieses Buch, welches ich als Hörbuch gehört habe, gibt es SO WAHNSINNIG viele gute Bewertungen … und ich verstehe nicht wieso. Hin und wieder war es lustig und ich musste schmunzeln, leider hatte ich mir viel zu oft gedanklich die Handfläche gegen die Stirn gehauen, weil so viel so doof war.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass Aschenputtel eins meiner liebsten Märchen ist. An Retellings meiner liebsten Märchen gehe ich nicht mit Speksis ran, sondern mit Interesse und Neugier. So auch hier – zumal die Bewertungen, wie gesagt, alle durchweg gut waren. Leider leider ist hier viel schief gelaufen.

30839360Claerie – die Protagonistin – wird von Menschen in ihrem Umfeld als nett, hilfsbereit und stark beschrieben. Kann sein, dass sie nach außen hin so wirkt. Als Leser bzw. Hörer hatte ich da aber einen ganz anderen Eindruck. Wenn Claerie nicht am Jammern war, hat sie in Gedanken andere Menschen beleidigt – größtenteils oberflächlich. Sie war mir einfach so unsympatisch. Mir erschließt sich auch nicht, wie sich gleich mehrere Kerle in sie verlieben konnten, bei der Art, die sie an den Tag legte.

Ich denke es wäre weniger schlimm gewesen, wenn die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wäre. Eine Personale Erzählweise, sprich ohne den inneren Monolog, hätte Claerie vielleicht nicht so eklig erscheinen lassen. Mir wären teilweise sogar ihre Stiefschwestern lieber und das, obwohl hier großen Wert drauf gelegt wurde, diese möglichst dumm (und natürlich auch dick) zu gestalten.

Während der ganzen Geschichte hat Clearie absolut nichts gemacht. Außer die obligatorischen Aufgaben, die ein Aschenputtel nun mal tut, und natürlich zu jammern. Sie hat keine großen oder auch kleinen Taten vollbracht, hat sich nicht beweisen müssen, gar nichts. Paralell dazu gab es auch keine Charakterentwicklung.  Hätte man das Buch rückwärts erzählt, hätte es zumindest im Bezug auf Claerie geschichtlich keinen Unterschied gemacht.

Ab ungefähr der Hälfte der Geschichte kam dann ein bisschen Story dazu, in Form eines Krieges zwischen Nachbarländern. Den Part fand ich tatsächlich interessant, aber da Clearie nicht daran beteiligt war, blieb das ganze sehr oberflächlich (Danke, Ich-Perspektive).

Seltsam fand ich auch, dass zu Beginn der Geschichte Vampire erwähnt wurden, diese aber nicht aufgetaucht sind. Recht schnell wurde auch nie wieder darüber geredet, so als hätte die Autorin doch kein Bock drauf gehabt, Vampire in ihre Geschichte zu integrieren, aber wollte den Wald-Part am Anfang des Buches nicht umschreiben.

Für mich sind die guten Bewertungen nicht nachvollziehbar. Ist natürlich alles Geschmackssache.

Und weil dies für mich ein Hörbuch war: Sabina Godec, die Sprecherin, hat keine schlechte Stimme aber auch keine, die ich in jedem Hörbuch hören könnte. In meinen Ohren empfand ich sie als nicht so klangvoll. Aber auch hier gilt: alles Geschmackssache.


Andere Eindrücke

xobooksheaven


Fazit

Ein Retelling von Aschenputtel, welches für mich leider nicht funktioniert hat. Die Namen der Charaktere sind fast so schlimm, wie der Charakter der Protagonistin. Außerdem sind hier viele Fantasy-Elemente reingepackt worden, die nichts zur Story beigetragen haben und ebenso gut hätten gestrichen werden können. Immerhin ist das Cover hübsch und ab und an war es auch witzig.


Es hat geschrieben:

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.

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