„We could be heroes“ – Laura Kuhn

„We could be heroes“ – Laura Kuhn

Autorin: Laura Kuhn | Verlag: Carlsen | Seiten: 256 | Veröffentlichung: 24.03.2017

Inhalt

Der Umzug aufs Land kommt für Lou gerade recht. Denn seit sie ihre beste Freundin geküsst hat und von ihr zurückgewiesen wurde, weiß Lou gar nicht mehr, was los ist. Doch dann trifft sie in ihrer neuen Schule die schöne und geheimnisvolle Elia und es ist, als hätte ein Blitz in ihrem Leben eingeschlagen. Lou fällt es nicht leicht, mit ihren Gefühlen umzugehen, doch sie will zu ihnen stehen – egal, was passiert.


Vorwort

Ihr kennt doch sicher bei Thalia diese Zettelchen, auf denen Mitarbeiter ihre Empfehlungen schreiben. Auf diesem Buch stand „Wie ein Abend mit der besten Freundin“. Ich wünschte ich hätte ein Foto davon oder mir wenigstens den Namen der Mitarbeiter/in gemerkt. Mein Dank geht auf jeden Fall in die Spitalerstraße in Hamburg. Ich hatte mir das Buch mitgenommen, weil ich auf meine Sommerliebe gehofft habe. Nun, dafür hat’s nicht ganz gereicht, aber für einen kleinen Urlaubsflirt definitiv.

Nachtrag: Zwischenzeitlich war ich noch mal in besagter Buchhandlung und der Zettel war immer noch am Buch! Der Name der Mitarbeiterin ist Friederike. Liebe Friederike, vielen Dank!


Meine Meinung

Lou, unsere Protagonistin, hat Eigenschaften an sich, die ich auch von mir selbst kenne. Ich bin Realist mit einem leichten Hang zum Pessimismus. Damit bin ich recht gut auf Veränderungen vorbereitet, da ich auch mal vom worst case ausgehe. Das hat aber auch den Nachteil, dass man sich ab und an, nach vielem Grübeln, Dinge ausredet oder auch mal selbst im Weg steht. So ist Lou.

Schlimm wird es dann natürlich in Lou’s Gedankenwelt, als  sie endgültig feststellt, dass sie auf Mädchen steht und sich nun mit der für sie völlig abstrusen Möglichkeit auseinandersetzen muss, dass die hübsche Elia vielleicht auch an Lou interessiert ist. Doch dann verguckt sich ausgerechnet Lou’s Bruder Tom in Elia und die beiden fangen an miteinander auszugehen – für Lou natürlich ein herber Rückschlag.

Im Gegensatz zu Lou, hat ihr Umfeld keine Probleme damit, zu erkennen, dass sie lesbisch ist bzw. dass es allgemein Menschen gibt, die sich eben einfach zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. DAS ist ein ganz toller Aspekt an diesem Buch. Jugendliche Leser werden hier nicht darauf vorbereitet, dass nicht jeder Mensch gleichgeschlechtliche Liebe gut heißt und dass es schwierig werden kann sich zu outen. Vielmehr wird hier Wert darauf gelegt zu zeigen, dass es völlig in Ordnung und normal ist lesbisch, schwul oder sonstwas zu sein. Dass man Menschen nicht anhand ihrer sexuellen Orientierung definieren sollte. Zumindest hatte ich diesen Eindruck gewonnen und für mich macht das We could be heroes zu einem durchaus vorzeigbaren Exemplar im LGBT+ Bereich.

Lou bekommt wirklich unglaublich viel und tolle Unterstützung durch ihre Familie und ihre Freunde. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Bruder fand ich hier sehr schön gestaltet. Tom ist nicht 100 % fehlerfrei, erweist sich aber als wundervoller Mensch und verlässlicher Partner im Leben, denn bekanntlich kann man sich die Familie nicht aussuchen und im besten Fall verbringt man sein Leben lang mit seinen Geschwistern. Wenn die Beziehung zu ihnen dann auch noch so gut funktioniert wie bei Lou und Tom, kann man sich nur glücklich schätzen.

Die Liebe in diesem Buch ist übrigens nicht sehr aufdringlich, was ich sehr angenehm fand. Sie hält sich hier die Waage mit Lou’s Beziehung zu ihrem Bruder und der Freundschaft zu den Zwillingen Tina und Bianca. Das Hauptaugenmerk bei der Geschichte liegt hier meiner Meinung nach auf Lou’s Empfindungen und ihrem innen Kampf.

Alles in allem ein sehr angenehmes Buch. Auch der Schreibstil lässt sich flüssig und gut lesen. Und dennoch … irgendwas hat mir gefehlt. Ich kann nicht sagen, was es war. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich im letzten halben Jahr so viel Young Adult und New Adult Contemporary – also Jugend Gegenwartsliteratur – gelesen habe, dass dieses Buch nichts besonderes mehr ist. Es sticht aus der Masse einfach nicht heraus, was schade ist, weil es im Grunde nichts gibt, was mich hieran groß gestört hätte. Eine Leseempfehlung erteile ich trotzdem, an alle, die sich vom Inhalt angesprochen fühlen. Wenn ihr gerne in diesem Genre lest, dann habt ihr auch an We could be heroes euren Lesespaß.


Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Autorin mit We could be heroes durchaus verdient den Schreibwettbewerb gewonnen hat. Die Thematik der Selbstfindung in Bezug auf die eigene Sexualität wird hier meiner Meinung nach sehr entspannt angegangen. Nicht unbedingt in den Gedanken der Protagonistin, aber in ihrem Umfeld. Zudem zeigt die Geschichte auch, wie wichtig es sein kann, dass die Familie und Freunde hinter einem stehen. Dieses Buch hebt sich mit seinem Schreibstil und Plot nicht von anderen Jugendbüchern ab, das macht es deswegen aber nicht weniger lesenswert. Es ist etwas sehr schönes für zwischendurch.


Es hat geschrieben:

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.


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