„Eine Woche für die Ewigkeit“ – Nina LaCour, David Levithan

„Eine Woche für die Ewigkeit“ – Nina LaCour, David Levithan

Autoren: Nina LaCour, David Levithan | Verlag: Carlsen | Seiten: 288 | Veröffentlichung: 24.03.17

Inhalt

Sie kennen sich nur flüchtig, bis sie sich eines Nachts zufällig in einem Club in San Francisco begegnen: Mark, der sich gerade völlig umsonst zum Affen gemacht hat, um seinen besten Freund zu beeindrucken – und Kate, die vor dem Mädchen ihrer Träume weggelaufen ist. Verloren im Chaos ihrer Gefühle beschließen die beiden, von nun an zusammenzuhalten. Gemeinsam stürzen sie sich ins kunterbunte Getümmel der Pride Week und lernen zwischen wilden Partys und Liebeskummer, was wahre Freundschaft bedeutet.


Meine Meinung

Dieses Buch ist sehr lesbisch und sehr schwul und spielt in San Francisco vor und während der Pride Week. Passenderweise habe ich es zur PRIDE WEEK in Deutschland beendet. Wer öfter mal bei uns vorbeischaut, wird vielleicht gemerkt haben, dass ich sehr gern und oft auch bevorzugt zu LGBT+ Büchern greifen wenn es um Jugendliteratur geht. Dieses Buch hier ist ein sehr homosexuelles Exemplar und wirklich wundervoll! Wenn man LGBT+ hört, denkt man automatisch an Geschichten zum Thema Coming Out. Und sind wir mal ehrlich, davon gibt es SO viele. Doch dieses ist keins davon.

Geschrieben wurde es von Nina LaCour, welche ich mit We Are Okay kennen und lieben gelernt habe, und David Levithan, von dem ich – wie ich zu meiner Schade gestehen muss – bisher noch nichts gelesen habe, dessen Name mir aber durchaus ein Begriff ist. Man kennt ihn vielleicht von Two Boys Kissing oder Will Grayson, Will Grayson, welches er mit John Green co-geschrieben hat. Wie man sich vielleicht denken kann, ist Nina LaCour lesbisch und David Levithan schwul, was eine solide Grundlage für ein Buch ist, mit lesbischen und schwulen Protagonisten.

Was mir sehr gefallen hat an dieser Geschichte war speziell, dass JEDE. FIGUR. queer ist. Abgesehen von Eltern. Aber die sind hier nicht wichtig. In Young Adult kennt man es eher, dass ein Charakter – vielleicht sogar der Hauptcharakter – queer ist und der Rest nicht. Aber hier sind es einfach mal alle. Wir haben hier also nicht nur eine Geschichte, die sich eben NICHT ums Coming Out dreht, sondern sogar eine, die ausschließlich unter LGBT+ People der Jugendlichen einer High School spielt. Mir gefiel auch die Szenerie zur Pride Week von den Partys und den Clubs und dem Outfit der Protagonistin Kate zur Parade. Es wirkte einfach alles richtig. So wie als Kate zu Beginn der Geschichte in den Club kommt und sich denkt: Hier bin ich richtig, hier fühle ich mich wohl.

Keines Manko war für mich hingegen Kate’s Liebe zu Violett, weil ich nicht ganz verstanden habe, worauf sie eigentlich beruht. Ich möchte da gar nicht mehr zu sagen wegen – wie immer – Spoiler, aber irgendwie habe ich diesen Teil der Geschichte nicht nachvollziehen können. Auch negativ – im Großen und Ganzen – muss ich anmerken, dass ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte Bedeutsam sein wollte, es aber im Grunde gar nicht so sehr ist. Spürbar war dies an den Dialogen, die zwar nicht unrealistisch wirkten, aber dennoch manchmal eine Wichtigkeit vermitteln sollten, die einfach nicht zur Stimmung passte. Das kam aber nicht so oft vor und vielleicht liegt es auch nur an mir.

Das Schönste an der Geschichte ist aber, dass es wirklich gar nicht so sehr um die Liebesbeziehungen geht, sondern viel mehr um das spontan geschlossene Bündnis zweier sich relativ unbekannter Personen, die in kürzester Zeit zu einer bedingungslosen Freundschaft wächst. Diese Freundschaft steht neben allen anderen Problemen von Mark und Kate immer im Fokus. Sie haben einander genau in den Moment gefunden, als sie sich brauchten.


Fazit

Ein Gay YA Buch ohne genretypisches Coming out Thema. Aber mit einer ganz wundervollen Geschichte über Freundschaft, den Problemen mit der Liebe und dem Leben, fast ohne Heteros! Bunt, chaotisch und süss. Nina LaCour hat mich wieder überzeugt und David Levithan muss auch bald mal in mein Regal.


Weitere Meinungen

Miss Foxy reads | unauffällig.auffallend


Es hat geschrieben:

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.


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