„Heartware“ – Jenny-Mai Nguyen

„Heartware“ – Jenny-Mai Nguyen

Autorin: Jenny-Mai Nguyen | Verlag: rowohlt | Seiten: 384 | Veröffentlichung: 01.07.17

Inhalt

Erst verdunkelt sie dein Herz, dann die ganze Welt? Adam Eli hat seine Chance genutzt: Er ist erfolgreicher Ghostwriter, tut alles, um seine kriminelle Jugend vergessen zu machen. Eines verbindet ihn noch mit seinem alten Leben: Seine große Liebe Willenja. Die letzte Begegnung liegt lange zurück, bis heute weiß er nicht, ob sie es war, die ihn damals verriet. Antwort darauf verspricht der Internettycoon Balthus – wenn Adam sich an der Suche nach Willenja beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen. Um Geld zu erpressen? Oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben? Eine atemlose Jagd von den Urwäldern Boliviens über Dubai bis Tokio beginnt …


Meine Meinung

Zwischen dem Tag, als ich das Buch beendet habe und dem Schreiben dieser Rezension sind gut zwei Monate vergangen, weswegen ich die Rezension hier kurz halten werde.

Thematisch geht es im Grunde um die immer aktueller werdende Frage, wie eigenständig und damit auch gefährlich künstliche Intelligenzen werden können. In dieser Geschichte wurde eine künstliche Intelligenz geschaffen, die reagieren und handeln kann auf verbalen Input; die über eine eigene Art von Gefühlspalette – darunter auch sowas wie Liebe – verfügt und die, dadurch dass sie ja immer noch ein Computer ist, auch mittels World Wide Web auf der ganzen Welt schlimme Dinge anrichten kann. Da bleiben natürlich böse Organisationen – und gute – nicht aus, die das Fortschreiten der Intelligenz und ihr Einfluss auf die Welt verhindern wollen. Mitten in all dem Chaos: Adam und Willenja auf einer abenteuerlichen und gefährlichen Reise um die Welt und einem ungewissen Ausgang.

Die Geschichte ist – wie bei Jenny-Mai Nguyen üblich – dabei sehr atmosphärisch und einnehmend und hier speziell recht düster und mysteriös. Man wird nicht aufgrund von actiongeladenen Szenen an den Seiten gefesselt (welche es natürlich auch gibt), sondern durch den Gedanken und Interaktionen der Charaktere. Dabei ist ziemlich lang nicht klar, welche Ziele die Personen verfolgen und wer auf wessen Seite steht. Auch ist lange nicht klar, was es nun mit diesem besagten Computer auf sich hat.

Was mir bei der Autorin gefällt (ich habe alle Bücher (bis auf Noir) gelesen), ist dass ihre Liebesgeschichten immer einen tragischen Verlauf nehmen. So richtig Romeo und Julia tragisch. Liebe, durch die Menschen zu Schaden kommen. Das gefällt nicht jedem, ich finde es aber immer sehr erfrischend, wenn die Liebe eben kein Happy End findet oder ein nicht ganz so happiges End, weil so nun mal das Leben ist.

An dieser Stelle auch nicht unerwähnt soll der Schreibstil der Autorin bleiben. Es ist zu erkennen, dass Jenny-Mai Nguyen seit Erscheinen von Nijura (2006, damals war sie 18/19 Jahre alt) gereift ist und auch ihr Schreibstil sich entwickelt hat. Ich mochte ihren Erzählstil schon damals und liebe ihn jetzt nur noch mehr. Ich werde auch weiterhin jedes ihrer Bücher zu Release lesen, schon allein aufgrund ihrer Art zu Erzählen.


Fazit

Wieder wundervolle Wortgewalt von Jenny-Mai Nguyen. Ein gefährliches Abenteuer um die ganze Welt mit einer innerlichen Zerrissenheit der Protagonisten zwischen Liebe und Verrat, den Zweifel an Vertrauen und Richtigkeit. Und als Leser bleibt man zurück mit der Frage: was wäre wenn?


Weitere Meinungen

Weltenwanderer | The Read Pack


Es hat geschrieben:

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.


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