In der Kürze | Stephen King Edition #skn17

In der Kürze | Stephen King Edition #skn17

Im Zuge des Stephen King Monats November, kurz #skn17, habe ich im November nur King Bücher gelesen. Darunter auch Shining und Doctor Sleep. Was viele nicht wissen (und ich bis vor kurzem auch nicht) ist, dass Doctor Sleep die Fortsetzung von Shining ist. Mehr dazu später. Shining kennt man ja. Vor allem, weil der Film von 1980 sehr erfolgreich war und immer noch Kultstatus inne hat. Ich habe den Film im Kinderalter zum ersten Mal gesehen und fand ihn saugruselig – auch heute noch – und habe mir vorgenommen, irgendwann auch mal das Buch zu lesen. Als ich dann von der Fortsetzung las, war für mich klar, dass der Moment gekommen war. Also startete ich in den #skn17 mit diesen beiden Büchern.


SHINING

Verlag: Bastei Lübbe | Seiten: 624 | Veröffentlichung: 1980

Plot: Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel „Overlook“ ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren.

Mit Shining gelang Stephen King ein moderner Klassiker des Grauens, ein Buch, das die Ängste unserer Zeit erfasst und jeden Leser in seinen emotionalen Grundfesten erschüttert.

Meine Meinung: Der Horror-Faktor in diesem Buch ist genau wie erwartet und gewollt. Tatsächlich habe ich mit diesem Buch sogar das gefunden, was ich damals in Sara (ebenfalls Stephen King) lesen wollte. Ein Haus voller Spuk und Grusel und Horror. Hinzu kommt hier natürlich noch die völlige Abgeschiedenheit des Hotels. Man ist als Leser genauso gefangen, wie die Familie Torrance. Natürlich können wir das Buch schließen und weglegen, aber wir wissen, sobald wir das Buch wieder aufschlagen, geht der Horror weiter. Man spürt die Beklemmung und einen Anflug der eigenen Urängste schon beim Aufheben des Buches. Es war wirklich schlimm und damit für mich auch unglaublich gut. Was ungefähr passiert, wusste ich schon durch den Film. Mir war aber auch im Vorfeld klar, dass das Buch nicht eins zu eins umgesetzt worden wurde und leider muss ich sagen, dass er sich mit jeder Filmminute immer weiter vom Buch entfernt. Das Ende ist dann auch absolut anders. Das ist sehr schade, aber hey, der Film ist trotzdem Kult.

Das Buch allerdings war von vorn bis hinten genau meins. Eine wahnsinns Atmosphäre, schaurig, beängstigend, beklemmend. Ein literarischer Horror der Extraklasse!


DOCTOR SLEEP

Verlag: Heyne | Seiten: 720 | Veröffentlichung: 2013

//SPOILER//
Plot:
 Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenarien eines seiner berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse. Die zwölfjährige Abra hat das Shining. Kann er sie retten?
//ENDE//

Meine Meinung: Mit Doctor Sleep hat King 2013 eine Fortsetzung geschaffen, die zwar immer noch Thriller, aber deutlich weniger Horror, dafür mehr actionlastig ist. Die Geschichte spielt größtenteils im Jahr 2013, beginnt aber zunächst drei Jahre nach den Ereignissen in Shining und arbeitet sich mit King’scher Geschwindigkeit fix zu den aktuellen Ereignissen voran. Das „Shining“, also das zweite Gesicht, nimmt hier eine weitaus größere Bedeutung ein. Denn es gibt eine Art Sekte, die sich von – wie sie es nennen – „Steam“ ernähren. Dieser Steam ist eine Art letzter Lebenshauch der Menschen. Besonders viel Steam gibt es von Kindern, die das Shining haben und je stärker diese wiederum sind, desto ertragreicher die Steam-Ausbeute. Die 12 (bzw. später 13)-jährige Abra Stone verfügt über ein besonders stark ausgeprägtes Shining und die Sekte, die sich der wahre Knoten nennt, hat es schnell auf sie abgesehen.

Shining oder Doctor Sleep?

Pistole auf die Brust, Shining. Beide hatten ihre Vor- und Nachteile, doch wenn ich einen King lese, möchte ich den Horror lesen, für den der Autor steht und das hat Shining eindeutig geschafft. Doctor Sleep ist actionreicher mit einer Art Verfolgungsjagd und einem großen Showdown. Aber Shining hatte den Urgrusel, die Angst und die Beklemmung.

Auch gab es in Doctor Sleep ein paar Handlungsabzweigungen, die mir persönlich nicht so gefallen haben, weil sie einfach zu weit hergeholt schienen.


GWENDY’S WUNSCHKASTEN

Verlag: Heyne | Seiten: 128 | Veröffentlichung: 2017

Plot: Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Vorkommnisse und ungewöhnlichsten Besucher erlebt. Warum sollte es der 12-jährigen Gwendy anders ergehen? Eines Tages tritt ein schwarz gekleideter Unbekannter an sie heran und macht ihr ein Geschenk: einen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf.

Meine Meinung: Beim Lesen des Klappentextes fiel mir zuerst der Film The Box ein. Wer den Film noch nicht kennt, ich packe den Trailer hier in den Beitrag. Ein komischer Kerl mit Hut überreicht eine Box, deren Funktionsweise vollkommen unmöglich erscheint. Das Buch entwickelt sich dann aber anders als der Film und naja: Die Charaktere waren für King’sche Verhältnisse eher zweidimensional. Bei der Kürze des Buches kann man aber wohl nichts anderes erwarten. Die Geschichte war nicht uninteressant, aber meiner Meinung nicht nicht „beängstigend“ wie J. J. Abrams meint. Aber mit dem „belangvoll“ hat Herr Abrams durchaus Recht. Denn mit der Kiste, die Gwendy bekommt, könnte sie Menschen töten. Eine große Verantwortung lastet auf ihren Schultern. Der Besitzer wird vor einer moralischen Herausforderung gestellt. Wenn du jemanden verschwinden lassen könntest, ohne dass die Tat auf dich zurückfällt, würdest du es tun?

PS.: Ich mochte, dass hier das Jonestown Massaker erwähnt wird. Bereits im April dieses Jahres kam ich mit diesen Vorfall von 1978 in Berührung, denn er soll die „Inspiration“ für das Spiel Outlast 2 gewesen sein, was wiederum ein hammergeiles Horrorgame ist.


DAS SPIEL – GERALD’S GAME

Verlag: Heyne | Seiten: 480 | Veröffentlichung: 1992

Plot: Gerald und Jessie Burlingame haben sich in ihr einsames Sommerhaus zurückgezogen. Gerald möchte dem eintönigen Eheleben etwas Schwung verleihen und fesselt seine Frau ans Bett. Jessie hält gar nichts von den neuen Sexspielchen ihres Mannes und versetzt ihm einen Tritt – mit für ihn tödlichen Folgen. Mit Handschellen ans Bett gefesselt, beginnt für Jessie ein quälender Albtraum: Nachts bekommt sie unheimlichen Besuch …

Meine Meinung: Mein viertes Buch im Stephen King November, und ich hatte so meine Schwierigkeiten mit diesem Spiel. Der Beginn schleppte sich und langweilte mich tatsächlich sehr. So sehr, dass ich überlegt hatte, abzubrechen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich in der Geschichte angekommen war. Dann wurde es aber doch ziemlich gruselig und auch eklig. Eine Szene ganz besonders (die übrigens im Netflix-Film sehr gut übernommen wurde), sodass ich mit dem Buch sogar pausieren musste.

Der Plot verrät im Grunde schon, was im überwiegenden Teil des Buches passiert und worauf es hinausläuft. Doch es gibt noch ein Geschehen in Jessie’s Vergangenheit, dass nach und nach gelüftet wird. Damals zur Sonnenfinsternis 1963 am Dark Score Lake (Anm. d. Red.: Das ist der See an dem Sara liegt). Und dann gibt es natürlich noch den „unheimlichen Besuch“ nachts. Alles in allem kann ich sagen, dass ich das Buch dann doch mochte.

Weiteres zum Film: Ich fand’s ein wenig Schade, dass im Film „Gerald“ zu Jessie spricht, während sie ans Bett gefesselt ist, da er das im Buch nicht macht. Dafür unterhält sie sich aber mit ganz anderen interessanten Figuren und wirkt dadurch noch deutlich labiler. Das hat mir im Film gefehlt. Wer den Film gesehen hat und sich für das Buch interessiert: Unbedingt lesen!


 

Author Profile

Maria von Riva
Maria von RivaIt's bigger on the inside.
Hey, ich bin Maria und bin 50 % von buchworte. Ich bin Hauptberuflich Rechtsanwaltsfachangestellte aus Hamburg. Überwiegend lese ich Young/New Adult und Fantasy, greife aber auch gern mal zu einem anderen Genre. Wenn ich nicht lese, schaue ich Netflix oder Let's Plays auf YouTube. Wenn keiner guckt, singe ich meinen Pflanzen Ellie Goulding vor.


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