„QualityLand“ – Marc-Uwe Kling

„QualityLand“ – Marc-Uwe Kling

Autorin: Marc-Uwe Kling  | Verlag: Ullstein | Seiten: 277 | Veröffentlichung: 22.09.17

Inhalt

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen. Superpraktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen — denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o. k. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

 Meine Meinung

Ein neues Buch von Marc-Uwe Kling. Und was für eins! Ich hätte es in einem Rutsch durchlesen können (wenn da nicht so ’nervige‘ Verpflichtungen wie Arbeit und so weiter dazwischen gekommen wären). In dem Buch geht es um Peter Arbeitsloser, dessen Leben, genau wie von allen anderen Menschen, die in QualityLand leben, von Algorithmen bestimmt ist. Wie im Klappentext schon steht: der Partner wird durch „QualityPartner“ bestimmt, es gibt selbstfahrende Autos (was ja auch schon Realität ist) und TheShop weiß genau was man will. Wenn man bedenkt, dass die Werbung, die man sieht an unsere Suchen angepasst ist, ja auch nicht abwegig. Oder, wer hat noch nie etwas gegoogelt und kurz darauf zu dem entsprechenden Produkt Werbung bekommen? Nachdenken und Entscheidungen treffen braucht man nicht mehr, denn das übernehmen Maschinen. Aber sind die Algorithmen und Maschinen wirklich so fehlerlos wie im System behauptet wird? Das hinterfragt Peter Arbeitsloser in dieser Geschichte.

Dieses Buch gibt es einmal in einer hellen Version, für die Optimisten unter uns (eigentlich hätte ich mir die Version kaufen müssen, so als unverwüstlicher Optimist) und eine dunkle Ausgabe für die Apokalyptiker, da mir das schwarze Cover einfach besser gefallen hat, habe ich das genommen (außerdem gab es in dem Laden, in dem ich es gekauft habe nur die dunkle Version).
Wo ist aber der Unterschied zwischen den beiden Ausgaben? Die Geschichte ist die selbe, man verpasst also nichts. Aber die Bücher sind personalisiert. In dem Buch gibt es Werbung, Kommentare und Reiseführer und genau diese sind eben an den Käufer (Optimist oder Apokalyptiker)  angepasst. Am Ende der Geschichte gibt es einen Link, der einem die Werbung aus der anderen Ausgabe zeigt.

Alles was Marc-Uwe Kling in seinem Buch aufgreift ist in irgendeiner Form schon Realität, nur das er es einfach auf die Spitze treibt (Satire halt). Es ist fesselnd und erschreckend zugleich. Es kam häufiger vor, dass ich gelesen habe und laut Lachen musste, weil es so treffend ist. Es gab einen Charakter, der mich persönlich sehr an Trump erinnert hat, so hat er seinem Gesprächspartner unterstellt, permanent zu lügen und log selber offensichtlich, stritt Dinge ab, die er gesagt hatte wozu es auch Zeugen gab und so weiter (er hat also ordentlich ‚getrumpt‘).

 


Fazit

Mich konnte dieses Buch komplett überzeugen. Es war humorvoll und hat gleichzeitig ernste Probleme aufgeführt, die uns in Zukunft eventuell erwarten könnten. Marc-Uwe Kling macht dem Genre Satire alle Ehre. QualityLand ist das beste Land und hier dürfen nur Superlative benutzt werden. Und diese Devise übernehme ich jetzt für mein Fazit: Es ist das beste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe!

 

Author Profile

Johanna
Johanna
Hallo, ich bin Johanna, die eine Hälfte von Buchworte. Ich bin bald fertig ausgebildete Ergotherapeutin. Wenn ich gerade nicht lerne, lese ich von Klassikern über Kinder- und Jugendbücher fast alles. Nur mit reinen Liebesromanen und Horrorbüchern kann ich nicht viel anfangen. Außerdem bin ich noch stolze Katzenmama.


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